Während Lilian die Stuhllatten frisch ölt, erzählt sie mir von ihren schönsten Erlebnissen bei der Arbeit. «Es gibt Kunden, die haben jetzt schon den dritten Schrank, jeweils in einer anderen Farbe, für die Kinderzimmer renovieren lassen. Oder eine Kundin hat uns mehrere Möbel ihres verstorbenen Vaters überlassen. Später hat sie sich erkundigt, wie denn die Möbel umgestaltet wurden oder was aus ihnen geworden ist. Als sie den Sekretär ihres Vaters in neuem Glanz sah, hat sie ihn sofort zurückgekauft!»
Gespannt möchte ich wissen, ob Lilian auch schon mal einen Schatz in einem alten Möbel gefunden hat. «Wir haben schon Gebisse gefunden, alte Liebesbriefe, aber das wohl schönste Fundstück war eine alte Tausendernote, ‹äs Ameisli›. So was gab es noch nie! Sie war in einem alten Sekretär in einer Zwischenlage versteckt. Da ich für die Restauration alles auseinanderbauen musste, kam das ‹Ameisli› in einer versteckten Nische zum Vorschein. Die Note wird dann für einen Teamevent verwendet.»
Jetzt wisst ihr also, was es mit dem ‹Ameisli› und meinem Besuch in der Werkstatt von Möbel Zürich auf sich hat.